Flächenzuwachs

Flächenzuwachs Erholungspark Marzahn ab 1994

Von 185.886 m² im Jahr 1994 ist die Gesamtfläche bis zum Jahr 2014 um 932.177 m² auf 1.118.063 m² angewachsen. Damit hat sich die Größe des Areals innerhalb von 20 Jahren mehr als versechsfacht.

Fläche

Der Trend „Gemeinflächenverbrauch zugunsten privater Investoren“ hält an. Politik und Verwaltung unterstützen diesen Zeitgeist – fraktionsübergreifend. Als Argument wird stets die angespannte finanzielle Situation der Bezirkshaushalte ins Feld geführt. Private Betreiber/Investoren kosten dem Bezirk kein Geld. Doch tatsächlich verbrauchen private Parkbetreiber sehr viel mehr finanzielle Mittel als das Grünflächenamt. Die Finanzierung erfolgt lediglich direkt vom Berliner Senat und nimmt nicht den Umweg über die Bezirkshaushalte. Die Folge sind sterile Grünflächen ohne nennenswerten ökologischen Wert, reglementierende Parkordnungen, Stellenabbau im öffentlichen Beschäftigungssektor, u.v.m.. Sukzessive wird die Umwidmung der Grünzüge in Bauland vorbereitet, die vorab unter Einsatz immenser Fördermittel voll erschlossen wurden.

Eine Trendwende ist möglich. Allein der politische Wille fehlt.

Die Nutzungsübertragung der annähernd 70 ha Wuhlelandschaft und Kienberg an die Grün Berlin GmbH erfolgte ohne Auflagen. Der Naturraum ist in großer Gefahr. Dass es auch anders geht, hat im Jahre 2008 Stadtrat Lüdtke bewiesen: Bei der Übertragung weiterer zwei Flurstücke an Grün Berlin wurden vertragliche Auflagen erteilt:

„Der Koppelpfuhl unterliegt dem § 26a NatSchGBln, danach ist eine Zerstörung oder sonstige erhebliche oder nachhaltige Beeinträchtigung verboten. Als Zerstörung oder erhebliche oder nachhaltige Beeinträchtigung sind insbesondere anzusehen:

  • die Intensivierung, Änderung oder Aufgabe von Nutzungen der geschützten Biotope,
  • der Eintrag von Stoffen, die geeignet sind, den Naturhaushalt nachhaltig zu beeinflussen.

Durch die Grün Berlin GmbH wird der Pfuhl zur Einleitung von Wasser genutzt. Dies bedarf der Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde, um wasserrechtliche und naturschutzrechtliche Fragestelllungen zu regeln.“

Norbert Lüdtke riet 2010 in Zusammenhang mit der Umsetzung der Ziele aus dem „Masterplan Gärten der Welt“ dringend zu einer grundlegenden Vertragsanpassung mit Grün Berlin, da der ursprüngliche Charakter des Erholungsparks Marzahn nicht mehr vorhanden und die Fläche der Parkanlage überdimensional angewachsen ist. Diesem wichtigen Hinweis sind weder Bezirksamt noch Senat gefolgt.

Derartige Nutzungsvorgaben für den überlassenen Landschaftszug müssen zwingend VOR Vertragsunterzeichnung festgeschrieben, ein detaillierter Pflege- und Entwicklungsplan ausgearbeitet werden. Doch was hält Stadtrat Gräff 2014 einzig für unabdingbar?:

„Klarstellend halten die Vertragsparteien abschließend fest, dass die temporäre, entgeltliche Vermietung oder Verpachtung der Flächen durch die GmbH an die IGA Berlin 2017 GmbH der ordnungsgemäßen Verwaltung und dem vertragsgemäßen Gebrauch entspricht.“

4 comments

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  • Bine

    Was Herr Gräff hier mit unserem schönen u. schützenswerten Naturraum u. unserem wertvollen, bisher kostenfreien Sozialraum getan hat, ist eine Schweinerei!
    Dass die Grün GmbH sich überhaupt nicht an Naturschutz hält, sieht man ja u.a. auch daran, dass der geschützten Koppelteich innerhalb der Gärten der Welt sogar nachts sowohl durch Laternen als auch direkt am Boden alles künstlich beleuchtet ist.
    Wir müssen unbedingt um den Kienberg, das Wuhletal u. den Jelena-Santic-Friedenspark kämpfen, sonst bleibt hier nichts mehr natürlich u. uns, unserem Stadtbezirk, unserer Natur, der Umwelt u. somit auch den nachfolgenden Generationen entstehen unbeschreibliche, nicht wieder gut zu machende Schäden!!!!
    Jetzt wird überlegt, ob Senator Müller der regierende Bürgermeister von Berlin werden soll, dazu kann ich nur sagen: „Bloß Nicht!!!!“ Er hat uns doch diesen ganzen Mist eingebrockt u. er will doch jeden Millimeter Grün zubauen lassen!

  • Conny

    Gut zu wissen: Das Grünflächenamt im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf (61.000 ha Fläche!!) beschäftigt 10 Gärtner; für mehr reicht das Geld nicht. Die Grün Berlin GmbH erhält für ca. 40 ha Fläche „Gärten der Welt“ vom Senat ein ausreichendes Budge zur Verfügung gestellt, um 14 Gärtner beschäftigen zu können. DER SENAT FÖRDERT DAMIT EINDEUTIG DIE PIVATISIERUNG VON GEMEINFLÄCHEN, INDEM ER EINE GMBH BESSER STELLT ALS DIE GRÜNFÄCHENÄMTER. Das ist eine Schande und darf nicht länger tatenlos hingenommen werden.

  • Conny

    Ich habe gerade gelesen, dass der Erholungspark Marzahn zu DDR-Zeiten ohne Genehmigungen errichtet und bebaut wurde. Seit dem ist viel geschehen. Gibt es eigentlich einen Bebauungsplan und Landschaftsplan für das Gelände der Gärten der Welt? Wer hat die dauerhafte Einzäunung beschlossen? Wo liegen die Baugenehmigungen für die ganzen Gebäude, die darauf errichtet wurden? Gibt es Umweltverträglichkeitsprüfungen?

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