Nicht-einheimische Pflanzen (Neophyten)

Auf dem Kienberg finden wir mindestens zwei Neophyten, den Götterbaum und den Eschenahorn, die beide als invasiv einzustufen sind. Sie breiten sich unkontrolliert und  schnell durch Samen aus und „wandern“ bereits vom Kienberg ins Wuhletal. Hier muss unbedingt ein Pflegeplan her, der z.B. in einem Waldentwicklungskonzept der IGA 2017 Fuss fassen könnte.

Als weitere Neophyten am Kienberg sind u.a. zu nennen, die Balsampappel und die Robinie, die beide aus Nordamerika stammen. Letztere gilt bei manchen Forstwirten auch als „Forstschädling“, weil sie durch ihre Ausbreitung teils erheblichen, wirtschaftlichen Schaden in Nutzwäldern anrichtet.

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Die Balsampappel (Populus balsamifera) stammt aus Nordamerika und wurde ebenfalls häufig auf dem Kienberg gepflanzt. Aufgrund ihrer hellen Rinde und der charakteristischen Blätter ist sie gut von der hemischen Schwarzpappel (Populus nigra) zu unterscheiden.

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Im Gegensatz zur heimischen Schwarzpappel (Populus nigra) besitz die Balsampappel (Populus balsamifera) größere Blätter mit einer weißen, rost-rot überzogenen Unterseite.

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Die ebenfalls aus Nordamerika stammende Robinie (Robinia pseudoacacia) ist in unseren Breiten eine unverkennbare Art und ist fälschlicherweise auch unter dem Namen Akazie bekannt. Im Frühjahr trägt sie nektarreiche Blüten aus denen Bienen den beliebten Honig gewinnen.

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One comment

  • Ilka Christof

    Neophyten und Insekten
    Goldruten verdrängen Blütenbesucher

    (umg.info 2009_05) Die nordamerikanischen Goldruten zählen zu den aggressivsten Neophyten in Europa und wurden dadurch zu Pro­blem­pflanzen im Naturschutz. Einst wurden Goldruten in Mitteleuropa sogar als Bienenpflanzen gezielt angesät. Untersuchungen in Polen haben nun aber gezeigt, dass die Ausbreitung der Späten und Kanadischen Goldrute (Solidago gigantea, S. canadensis) negative Konsequenzen für viele Blüten besuchende Insekten hat.
    Die aus Nordamerika stammenden Goldruten zählen zu den er­folg­reichsten Neubürgern im Pflanzenreich und haben sich seit den 1950er Jahren über ganz Europa ausgebreitet. In vielen Feucht­wiesen ver­drängen sie die ursprüngliche Vegetation und verändern die Wechsel­beziehungen zwischen Pflanzen und Blüten besuchenden Insekten. Polnische Forscher verglichen Streuwiesen mit und ohne Gold­ruten­vorkommen: In Streuwiesen mit Goldruten sind Arten­viel­falt und Häuf­ig­keit von Wildbienen, Schwebfliegen und Schmet­ter­lingen signifikant geringer. Betroffen davon sind nicht nur spez­iali­sierte Arten, sondern auch Nahrungsopportunisten. Das ist umso erstaunlicher, als Goldruten während der Blütezeit große Mengen an Nektar (bis zu 385 kg/ha) und Pollen (90 kg/ha) produzieren. Mög­licher­weise hängt dieser Effekt mit der verhältnismäßig späten Blütezeit der artenarmen Goldruten­be­stände zusammen. Insbesondere bei Schmetterlingen sind zudem die Larven in vielen Fällen spezialisierter als die erwachsenen Tiere und ausschließlich auf bestimmte Futterpflanzen angewiesen. Selbst wenn Goldruten adulten Insekten Nahrung im Überfluss bieten, ist keine Re­produktion möglich, wenn die Raupenpflanzen verdrängt wurden. Die Ein­wand­erung der Goldrute verändert zudem die Vegetationsstruktur und führt dadurch möglicherweise zum Verschwinden wichtiger Struk­turen für im Boden nistende Wildbienenarten.

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