Nicht-einheimische Pflanzen (Neophyten)

Natürlich kann es passieren, das Neophyten dazu neigen, sich übermäßig stark auszubreiten. Sie entwickeln einen invasiven Charakter und u.U. verdrängen sie heimische Arten oder stellen ein wirtschaftliches Problem dar. Von einigen geht sogar eine potentielle Gefahr für die Gesundheit aus (z.B. Ambrosia, Riesen-Bärenklau). Allerdings muss immer bedacht werden, dass es auch einheimische, gesundheitsgefährdende Arten gibt oder Pflanzenspezies, die zu einer starken Ausbreitung neigen.

Neophyten auf dem Kienberg

Der Kienberg sollte, wie der ganze Bezirk Marzahn-Hellersdorf nach seiner Gründung, möglichst schnell begrünt werden. Dafür eignen sich v.a. schnellwüchsige Bäume und Sträucher. Solche wie Schwarzpappeln, die auch natürlicherweise in Mitteleuropa vorkommen. Aber eben auch Arten aus anderen Regionen kommen dafür in Frage wie der Eschenahorn aus Nordamerika (Acer negundo) und der Götterbaum aus Ostasien (Ailanthus altissima).

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Der Eschenahorn (Acer negundo) aus Nordamerika wurde bereits im 18. Jhd. in Mitteleuropa eingebürgert.

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Der Götterbaum bildet am Ostfuss des Kienbergs dichte Bestände, wo tote Bäume von der gezielten Bekämpfung zeugen. Aus den Wurzeln aber wuchsen erneut Schößlinge empor.

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Das attraktive Laub macht Götterbäume zu einem beliebten Ziergehölz. Sie neigen dazu, sich stark auszubreiten, was vor allem in städtischen Ballungsgebieten auffällt.

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One comment

  • Ilka Christof

    Neophyten und Insekten
    Goldruten verdrängen Blütenbesucher

    (umg.info 2009_05) Die nordamerikanischen Goldruten zählen zu den aggressivsten Neophyten in Europa und wurden dadurch zu Pro­blem­pflanzen im Naturschutz. Einst wurden Goldruten in Mitteleuropa sogar als Bienenpflanzen gezielt angesät. Untersuchungen in Polen haben nun aber gezeigt, dass die Ausbreitung der Späten und Kanadischen Goldrute (Solidago gigantea, S. canadensis) negative Konsequenzen für viele Blüten besuchende Insekten hat.
    Die aus Nordamerika stammenden Goldruten zählen zu den er­folg­reichsten Neubürgern im Pflanzenreich und haben sich seit den 1950er Jahren über ganz Europa ausgebreitet. In vielen Feucht­wiesen ver­drängen sie die ursprüngliche Vegetation und verändern die Wechsel­beziehungen zwischen Pflanzen und Blüten besuchenden Insekten. Polnische Forscher verglichen Streuwiesen mit und ohne Gold­ruten­vorkommen: In Streuwiesen mit Goldruten sind Arten­viel­falt und Häuf­ig­keit von Wildbienen, Schwebfliegen und Schmet­ter­lingen signifikant geringer. Betroffen davon sind nicht nur spez­iali­sierte Arten, sondern auch Nahrungsopportunisten. Das ist umso erstaunlicher, als Goldruten während der Blütezeit große Mengen an Nektar (bis zu 385 kg/ha) und Pollen (90 kg/ha) produzieren. Mög­licher­weise hängt dieser Effekt mit der verhältnismäßig späten Blütezeit der artenarmen Goldruten­be­stände zusammen. Insbesondere bei Schmetterlingen sind zudem die Larven in vielen Fällen spezialisierter als die erwachsenen Tiere und ausschließlich auf bestimmte Futterpflanzen angewiesen. Selbst wenn Goldruten adulten Insekten Nahrung im Überfluss bieten, ist keine Re­produktion möglich, wenn die Raupenpflanzen verdrängt wurden. Die Ein­wand­erung der Goldrute verändert zudem die Vegetationsstruktur und führt dadurch möglicherweise zum Verschwinden wichtiger Struk­turen für im Boden nistende Wildbienenarten.

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